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Warum kompostierbare Mülltüten nicht in die Biotonne gehören?

Bioabfall ist wertvoller Abfall.

Aus Speiseresten, Obst- und Gemüseabfällen, Laub, Rasenschnitt und Blumenerde wird hochwertiger Kompost, der in der regionalen Landwirtschaft, im Garten- und Landschaftsbau sowie in Privatgärten eingesetzt wird. Kompost aus Bioabfällen trägt zum Umweltschutz bei: Er verbessert die Qualität des Bodens und ersetzt künstlichen Dünger. Aber Bioabfall kann noch mehr. Der unter anderem in Rösrather Haushalten gesammelte Biomüll wird im Entsorgungszentrum Leppe in Lindlar in einem aufwändigen Vergärungsverfahren aufbereitet. Dabei entsteht auch Biogas, welches zu „Grünem Strom“ umgewandelt wird und damit als erneuerbare Energie der Region wieder zur Verfügung steht.

Damit aber am Ende des Vergärungsprozesses in Leppe auch tatsächlich hochwertiger Kompost und Biogas entstehen, ist eines ganz wichtig: die Qualität des Bioabfalls. Das, was über die Biotonnen gesammelt wird, darf dabei tatsächlich nur kompostierfähige Abfälle enthalten. Glas, Kunststoff, Steine, Metall oder gar Medikamente gehören nicht dazu. Selbst kleinste Mengen hiervon verunreinigen den Kompost und machen ihn unbrauchbar. Sie vor der Vergärung herauszufiltern, ist jedoch kaum möglich. Deshalb ist es so wichtig, dass nur das in der Biotonne landet, was tatsächlich auch hinein gehört.

Seit einigen Jahren sind im Handel Mülltüten aus Bio-Kunststoff erhältlich. Die Hersteller dieser Tüten werben damit, dass sie kompostierbar sind und damit problemlos über die Biotonne mit entsorgt werden können. Eine – vermeintlich – angenehme Lösung, um im Haushalt Speisereste und Co. zu sammeln und dabei auch noch etwas für die Umwelt zu tun. Aber: Diese Müllbeutel, die aus einem Gemisch aus biologisch abbaubarem Polyester, Maisstärke, Zellulose und Polymilchsäure bestehen, zersetzen sich nur sehr langsam. Die EU-Norm EN 13432, die festlegt, wieweit sie sich zersetzen und kompostierbar sein müssen, schreibt vor, dass 90 Prozent der Tüte innerhalb von zwölf Wochen in Bestandteile zersetzt sein müssen, die kleiner als zwei Millimeter sind. Ein viel zu langer Zeitraum für eine moderne Vergärungsanlage wie die in Leppe.

Dazu kommt: Um Biogas gewinnen zu können, wird der Bioabfall im Entsorgungszentrum Leppe unter Luftabschluss behandelt. Ohne Sauerstoffzufuhr allerdings zersetzen sich Biomülltüten gar nicht. Sie müssten vor der Behandlung also aufwändig aus den kompostierbaren Abfällen heraus sortiert werden.
Deshalb: Mülltüten, auch die mit dem so genannten Kompostierungshinweis, gehören auf keinen Fall in die Biotonne. Das wissen übrigens auch die Hersteller, die sich deshalb mit einem Hinweis im Kleingedruckten meistens entsprechend absichern.
Wer nicht jedes Mal zu seiner Biotonne laufen, sondern Küchenabfälle und anderen Biomüll erst einmal im Haushalt sammeln will, ist daher besser beraten, wenn er zur herkömmlichen Papiertüte greift. Papier saugt nicht nur die Feuchtigkeit optimal auf und verhindert damit auch das Entstehen von Gerüchen. Papierbeutel lassen sich vor allem auch schnell und unkompliziert kompostieren. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.

Übrigens: Der Bergische Abfallwirtschaftsverband (BAV), der unter anderem für die Abfallverwertung und Abfallbeseitigung auch des Rösrather Abfalls zuständig ist, führt nach der bereits in 2017 erfolgten aufwändigen Bioabfallkampagne seit dem 27. Juni in Rösrath eine neuerliche Kontrolle der Biotonnen durch. Alle Biotonnen, die falsch befüllt wurden, bekommen einen roten „Warnaufkleber“ und werden nicht geleert. Sie müssen vom Eigentümer nachsortiert werden und werden dann erst bei der nächsten regulären Abfuhr geleert – allerdings nur, wenn sie dann korrekt befüllt wurden. Ansonsten bleiben sie erneut stehen. Ziel der Kampagne des BAV ist, die Bürgerinnen und Bürger erneut dafür zu sensibilisieren, wie sie ihre Abfälle korrekt trennen, und somit künftig eine hohe Verunreinigung von Biomüll zu vermeiden.

Was in die Biotonne gehört:
Küchenabfälle, z.B. Speisereste, Obst- und Gemüseabfälle, Kaffee- und Teesatz, Brotreste, verdorbene Lebensmittel, Papierküchentücher etc.
Gartenabfälle, z.B. Laub, Reisig, Tannennadeln, Rasen- und Heckenschnitt, Blumenerde usw.

Was NICHT in die Biotonne gehört:
Plastiktüten, kompostierbare Biomülltüten, Verpackungsabfälle, Textilien, Leder, Windeln und andere Hygieneartikel, Tierkadaver, Schlachtabfälle, Medikamente, Steine, Metall, Tapeten, Staubsaugerbeutel usw.