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Was machen eigentlich...

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(vom 18.01.2019)

… die Mitarbeiter vom Netzservice Strom?

Zum Jahreswechsel 2015 auf 2016 ist das Rösrather Stromnetz in den Besitz der StadtWerke Rösrath übergegangen. Ein Jahr lang war die vorherige Netzeigentümerin, die RWE Deutschland AG, noch für das Netz verantwortlich. Seit dem 1. Januar 2017 sind die StadtWerke in der Stromnetzbewirtschaftung in Rösrath aktiv und kümmern sich seitdem mit eigenen Kräften um die Bereiche Hausanschlüsse und Zählerwesen. Drei Mitarbeiter im neu eingerichteten Netzservice Strom sind dafür zuständig.

Die „Strömer“ bei den StadtWerken

Bereits drei Monate vor dem Übergang der Stromnetzbewirtschaftung hatten die ersten beiden Mitarbeiter im Netzservice Strom ihre Arbeit bei den StadtWerken aufgenommen und damit begonnen, ihren Arbeitsbereich einzurichten und aufzubauen. Stromnetzmeister Mario D’Incicco und sein Monteurskollege Ali Cakir sind beide von Hause aus gelernte Elektriker und versiert im Umgang mit Arbeiten unter Spannung. Stromnetzerfahrung brachte Netzmeister D’Incicco von seinem früheren Arbeitgeber mit.

Seit Anfang Juli 2017 werden die beiden von einem weiteren Monteur, Riccardo Mancarelli, bei ihren vielfältigen Aufgaben unterstützt. Auch er ist Elektriker und besucht aktuell nebenher noch die Meisterschule.

Das Stromnetz-Trio, das vielen Rösratherinnen und Rösrathern mittlerweile schon persönlich bekannt ist, hat seinen Spitznamen schon weg und heißt bei den StadtWerken liebevoll nur „die Strömer“.

Ihre Arbeitsaufträge sind nicht nur vielseitig und abwechslungsreich, sie müssen auch mit viel Sorgfalt ausgeführt werden und sind durchaus nicht ungefährlich.

Zähler wechsle Dich!

Stromzähler müssen regelmäßig ausgetauscht werden. Das Eichgesetz schreibt nämlich vor, dass jegliche Messgeräte, die einen Verbrauch messen und diesen in Kilowattstunden oder Kubikmeter anzeigen, in gesetzlich vorgeschriebenen Intervallen getauscht werden müssen. Bei Stromzählern gelten – je nach Bauart – Wechselintervalle von acht, zwölf oder 16 Jahren.

Zuständig hierfür sind die Stromnetzmonteure der StadtWerke. Knapp 1.300 Zählerwechsel waren es alleine im vergangenen Jahr.

Steht ein Zählerwechsel an, suchen die Monteure den betreffenden Haushalt zunächst ohne Voranmeldung auf. Wird Niemand angetroffen, hinterlassen sie eine Postkarte im Briefkasten, mit der über den Zählerwechsel informiert und um Terminvereinbarung gebeten wird. Dieses Verfahren, das schon seit vielen Jahren bei den Wasserzählerwechseln etabliert ist, hilft, unnötige Bürokratie zu vermeiden.

Stromzähler werden möglichst spannungsfrei gewechselt. Das funktioniert allerdings nicht immer. Insbesondere bei einigen älteren Anlagen müssen die StadtWerke-Monteure unter Spannung arbeiten – eine Aufgabe, die viel Erfahrung sowie eines hohen Maßes an Konzentration, Sorgfalt und vor allem Sicherheit bedarf. Wer hierbei nicht genau nach Vorschrift arbeitet – und das schließt das Tragen spezieller Schutzausrüstung mit ein –, riskiert bei einem Kurzschluss lebensgefährliche Verletzungen. Die „Strömer“ werden deshalb in regelmäßigen Abständen in Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz unterwiesen und frischen ihr Wissen immer wieder auf.

Haus ans Netz

Ein Haus ans Stromnetz anzuschließen oder bei einem Abriss von diesem zu trennen, liegt auch im Verantwortungsbereich des Netzservice Strom.

Bei einem Hausanschluss verlegen die Monteure zunächst das Kabel, welches das Haus an das Stromnetz anschließt, und verbinden es dann mit dem schon in der Straße liegenden Netzkabel. Die hierfür erforderlichen Erdarbeiten führt in der Regel die Baufirma aus, die mit dem Hausbau beauftragt ist. Nur in Ausnahmefällen unterstützen die Kollegen vom Bauhof die Netzmonteure mit den Tiefbauarbeiten.

Ist das Kabel verlegt, wird im Haus selber der Hausanschluss – die Hauptsicherung für das Haus – montiert. Ein vom Bauherrn beauftragter Elektriker verbindet im nächsten Schritt den Hausanschluss mit dem Zählerschrank und schickt eine Inbetriebsetzungsmeldung an die StadtWerke. Die StadtWerke-Monteure kommen dann noch einmal ins Haus, kontrollieren die Verbindungen und montieren den Stromzähler.

In 2018 wurden auf diese Weise 50 Neubauten an das Rösrather Stromnetz angeschlossen.

Wird ein Haus abgerissen, muss es auch von den Versorgungsleitungen getrennt werden. Für die Stromnetzmonteure heißt das, dass sie den oder die vorhandenen Stromzähler und Hausanschlüsse demontieren und das Kabel bis zum Netzkabel wieder entfernen müssen.

In den meisten Fällen wird das bestehende Haus abgerissen, um einem Neubau Platz zu machen. Dafür braucht der Bauherr Baustrom. Das Kabel, welches das alte Haus mit dem Netz verbunden hat, wird dann oft nicht entfernt, sondern auf den Baustrom geändert. Für den Neubau wird jedoch meist wieder ein neuer Hausanschluss aus dem Netzkabel gezogen. Sobald der Baustromanschluss nicht mehr gebracht wird, wird in diesen Fällen der alte Hausanschluss vom Netzkabel getrennt.

Notwendiges Übel Stromsperren

Stromzähler zu sperren, weil Jemand seine Rechnung nicht bezahlt hat, vielleicht auch einfach nicht bezahlen konnte, gehört nicht zu den Lieblingsaufgaben der „Strömer“, wie Ali Cakir und Riccardo Mancarelli verraten: „Die Kunden, bei denen der Strom gesperrt werden muss, sind verständlicherweise nicht erfreut darüber. Einige reagieren regelrecht aggressiv, andere sind total verzweifelt. Schön ist das für uns nicht, wenn wir ihnen dann trotzdem den Strom abstellen müssen. Aber das gehört nun mal auch dazu.“

Gesperrt wird der Strom immer im Auftrag des Stromlieferanten des Kunden, der offene Forderungen nicht beglichen hat. Das muss innerhalb einer Frist von maximal sieben Werktagen passieren. „ Bei einer Stromsperre trennen wir den Haushalt vom Stromnetz, verplomben den Zähler und befestigen einen gelben Sperrzettel“, erklären die beiden Monteure ihr Vorgehen.

Zu 158 Stromsperren mussten sie im vergangenen Jahr ausrücken, manchmal auch begleitet vom Gerichtsvollzieher.

Bezahlt der Kunde nach der Sperrung seine Stromrechnung, haben Cakir und Mancarelli übrigens keine Zeit zu verlieren. Der Zähler muss dann noch am selben Tag entsperrt werden.

Instandhaltung, Wartung, Ausbau

Auch ein Stromnetz ist vor Schäden nicht gefeit. Sei es aufgrund von alterungsbedingtem Verschleiß, sei es, weil es durch Fremdeinwirkung von außen beschädigt wurde. Ein Netzkabel ist über die Jahre spröde geworden und reißt, ein Baum fällt bei Sturm auf die Freileitung, ein Tiefbauunternehmen bohrt versehentlich ein Stromkabel an oder ein Autofahrer übersieht einen Verteilerkasten – alles mögliche Ursachen für Stromausfälle und Gründe für ein schnelles Tätigwerden des Stromnetzbetreibers. Kleinere Schäden beheben die Netzmonteure der StadtWerke selber. Für größere Reparaturen wird hingegen die Westnetz beauftragt.

Auch an den Planungen für Ertüchtigung und Ausbau des Rösrather Stromnetzes ist der Netzservice Strom beteiligt. So nimmt Netzmeister Mario D’Incicco beispielsweise an gemeinsamen Besprechungen mit der Stadt zu Straßenbaumaßnahmen teil. Immer dann nämlich, wenn eine Straße in Rösrath erneuert werden soll, werden auch die Betreiber der Versorgungsnetze einbezogen, die in dieser Straße liegen. Denn ist die Straße einmal aufgerissen, macht es durchaus Sinn, gleichzeitig auch Stromkabel oder Wasserrohre auszutauschen.

Um die stetig steigenden Herausforderungen an ein Stromnetz in einer Stadt mit wachsender Bevölkerung zu meistern und die Stromversorgung in Rösrath zukunftssicher zu machen, muss das Netz nicht nur laufend gewartet, sondern auch regelmäßig erneuert und modernisiert werden. Neue Ortsnetzstationen müssen errichtet, Freileitungen nach und nach unter die Erde verlegt und neue Kabel gezogen werden. Auch hier bringen sich die Mitarbeiter im Netzservice bei den Planungsarbeiten aktiv mit ein.

Damit Rösrath ein Licht aufgeht

Zeitgleich mit der Übernahme des Stromnetzes ging auch die Straßenbeleuchtung in Rösrath in den Besitz der StadtWerke Rösrath über. Die Koordination der Straßenbeleuchtung – Planung neuer Leuchtpunkte, Annahme von Störungsmeldungen und die Kontrolle der Laternen – liegt ebenfalls im Aufgabenbereich des Netzservice Strom.

Auch hier erledigen die Monteure kleinere Reparaturen selber, größere, vor allem die, für die ein Steiger erforderlich ist, übernimmt ein von den StadtWerken hierfür beauftragtes Unternehmen.

Und noch eins zeichnet das Strömer-Trio aus: Für alle Fragen der Rösratherinnen und Rösrather zum Stromnetz haben sie immer ein offenes Ohr.

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