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Freibad Hoffnungsthal erwacht aus Winterschlaf

Hausanschluss

(vom 17.04.2018)

Darauf freuen sich viele Rösrather fast den ganzen Winter über: dass das Freibad Hoffnungsthal im Frühjahr seine Tore wieder öffnet und dazu einlädt, viele schöne Stunden in mediterranem Ambiente inmitten der Sülzstadt zu verbringen.

Sobald sich das Wetter halbwegs stabil zeigt und die Temperaturen auch nachts möglichst im zweistelligen Bereich bleiben, beginnt für kleine und große Wasserratten und Badenixen endlich die Freibadsaison. In den vergangenen Jahren war das meist Anfang Mai der Fall.

Wenn sich das Freibad dann seinen Besuchern frisch herausgeputzt präsentiert, mit glitzernd-blauen Wasserflächen, gepflegten Grünanlagen und sauberen Umkleiden und Duschen, dann liegen hinter dem Freibadteam schon unzählige Stunden Arbeit. Rund acht Wochen vor dem ersten Schwimmtag wird das Freibad langsam aus dem wohlverdienten Winterschlaf geweckt.

Aber auch während der Winterpause ist das Bad nicht sich selbst überlassen.

Kontrolle muss sein – auch im Winter

Wenn Ende September, Anfang Oktober die Freibadsaison zu Ende geht, werden die ersten Weichen für die neue Saison im nächsten Jahr schon gestellt. Beim so genannten Einwintern, wenn das Freibad also auf die Winterruhe vorbereitet wird, überprüfen die Mitarbeiter vom Freibadteam auch, ob noch alles funktioniert. Umwälzpumpen beispielsweise, die defekt sind, werden dann ausgebaut und während der Winterzeit repariert, damit sie im nächsten Frühjahr wieder einsatzbereit sind.

Über die gesamte Winterzeit hinweg wird das Freibad außerdem regelmäßig, meist zwei Mal pro Woche, kontrolliert. Dabei wird zum einen die Technik, vor allem das Blockheizkraftwerk und die Photovoltaikanlage, auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft, zum anderen das Gebäude, die Außenanlagen und die Zäune einem kritischen Blick unterzogen. Insbesondere auf Spuren von Vandalismus achten Jens Degner, Badbetriebsleiter in Hoffnungsthal, und sein Team dabei.

Das Wasser verbleibt in dieser Zeit in Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken. Damit wird wirkungsvoll vermieden, dass in die Becken fallende Äste oder Steine die Beckenkonstruktion beschädigen. Der Kleinkindbereich wird im Herbst trockengelegt.

Frühjahrsputz im Freibad

Im zeitigen Frühjahr, meist Ende Februar, Anfang März, beginnen Jens Degner und seine Kollegen damit, das Freibad Schritt für Schritt auszuwintern und auf die neue Saison vorzubereiten. Ziel ist, Ende April betriebsbereit zu sein, um – entsprechende Temperaturen vorausgesetzt – öffnen zu können.

In einem ersten Schritt werden sämtliche Flächen rund um die Becken gereinigt. Insbesondere die Bodenbeläge rund um die Becken sind vom Winter meist stark vermoost und bedürfen einer intensiven Reinigung mit dem Hochdruckreiniger, um wieder in ihrer ursprünglichen Farbe erstrahlen zu können.

Danach sind die Überlaufrinnen an der Reihe, die ebenfalls von dem befreit werden müssen, was sich in den letzten Monaten dort angesammelt hat. Auch die unterirdischen Wassertanks sowie die Filteranlagen des Freibades müssen gereinigt werden. Pumpen, die über den Winter zur Wartung und Reparatur ausgebaut waren, werden wieder eingebaut und der Wasserkreislauf geschlossen.

Erst wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, wendet sich das Freibadteam den Wasserbecken zu. Im Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken wird das Wasser zunächst komplett abgelassen. Mit einem Saugwagen werden Laub, Äste und anderer Unrat aus den Becken abgesaugt. Danach steigen die Freibadmitarbeiter in die Becken, reinigen Böden und Wände gründlich mit dem Hochdruckreiniger und öffnen die im Boden verteilt liegenden Einströmungskanäle.

Sobald die beiden Becken sauber sind, heißt es „Wasser marsch“. 2,5 Millionen Liter Wasser fließen dann in Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich. Zweieinhalb Tage dauert es, bis beide Becken wieder voll sind. Bevor er die Wasserhähne jedoch aufdreht, informiert Jens Degner noch das Rösrather Wasserwerk über die bevorstehende Aktion, damit die Kollegen dort nicht etwa befürchten, dass ein Wasserrohrbruch den erhöhten Wasserverbrauch verursacht.

Ist das frische Wasser in den Becken, wird direkt mit der Umwälzung begonnen und die Chlorgasanlage in Betrieb genommen. Beheizt wird das Wasser allerdings erst kurz vor dem ersten Öffnungstag. Innerhalb von 72 Stunden heizt die Anlage auf Betriebstemperatur – Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken auf mindestens 23 Grad, das Kleinkindbecken auf mindestens 26 Grad.

Wenn die Auswinterungsarbeiten so weit fortgeschritten sind, bekommt das Freibad Besuch von einem Mitarbeiter des Bonner Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit, der Wasserproben nimmt und diese auf Legionellen und andere Keime untersucht. Denn nur dann, wenn diese Untersuchung keine Beanstandung ergibt, darf das Freibad auch tatsächlich geöffnet werden.

In der Regel liegt der ausführliche Prüfbericht, der dem Freibad eine gute Wasserqualität bescheinigt, nach rund zehn bis 14 Tagen vor. Dass die Wasserprüfung so lange dauert, hat einen triftigen Grund: Um auszuschließen, dass das Beckenwasser mit Legionellen verunreinigt ist, muss im Labor aus den Wasserproben eine Kultur angelegt werden. Da die Legionellen recht langsam wachsen, steht erst nach rund zehn Tagen fest, wie es um die Wasserqualität tatsächlich bestellt ist.

Nach Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken ist auch das Kleinkindbecken an der Reihe. Es muss ebenfalls gründlich gesäubert und mit frischem Wasser befüllt werden.

Sind alle Wasserbecken fertig, wendet sich das Freibadteam den restlichen Anlagen zu. Insbesondere Duschen und Umkleiden müssen wiederhergestellt, die für die Winterzeit demontierten Duschen montiert und die Wasserversorgung wieder angestellt werden. Ein Maler streicht die Wände, Vorplatz und Eingangsbereich des Freibades werden auf Vordermann gebracht und die Kübelpflanzen beziehen wieder ihren eigentlichen Standort auf der Terrasse. Um den Gastronomiebereich kümmert sich derweil die Pächterin mit ihrem Team.

Aber nicht nur Wasserbecken und Gebäude müssen vorbereitet werden, auch die Grünanlagen, der Sandkasten im Kleinkindbereich und das Beachvolleyballfeld haben den Winter nicht gänzlich unbeschadet überstanden. Neben dem Rückschnitt von Bäumen, Sträuchern und Gräsern wird der Sand von einer speziellen Reinigungsmaschine gründlich gesäubert. Außerdem werden Schäden, die über den Winter entstanden sind, beseitigt. Das können beispielsweise angehobene Gehwegplatten sein, die wieder in Form gebracht werden müssen.

Die meisten Arbeiten beim Auswintern übernehmen die Mitarbeiter des Freibades selber. Bei der Grünflächenpflege werden sie von Kollegen des Bauhofs der StadtWerke unterstützt. Ein lokales Unternehmen wird mit den Malerarbeiten beauftragt. Außerdem rücken Spezialfirmen an, die die Wassertanks reinigen, die Becken absaugen, die Umwälzpumpen einbauen und die Chlorgasanlage in Betrieb nehmen.

Wetter gut, alles gut

Sobald das Freibad betriebsbereit ist, der Untersuchungsbericht des Prüfinstituts, der eine gute Wasserqualität bestätigt, vorliegt und das Gesundheitsamt die offizielle Freigabe erteilt hat, muss nur noch eins stimmen: das Wetter.

Da das Hoffnungsthaler Freibad keinen festen Öffnungstermin hat, kann das Freibadteam flexibel auf Grund der Wetterprognose entscheiden, ob geöffnet oder noch gewartet wird. Entscheidend ist, dass die Temperaturen auch nachts möglichst konstant im zweistelligen Bereich bleiben. Und dass die Prognose eine einigermaßen stabile frühsommerliche Wetterlage voraussagt. Sobald das gegeben ist, steht einer Öffnung und damit ungetrübten Freibadfreuden für alle kleinen und großen Rösrather Freibadfans nichts mehr im Wege.

Übrigens: Nicht nur, dass der erste Öffnungstag im Jahr flexibel festgelegt werden kann, ist eine Besonderheit des Hoffnungsthaler Freibades. Auch über den letzten Saisontag im Jahr entscheiden die Freibadkollegen anhand der Wetterprognosen. Und ist das Freibad erst einmal geöffnet, bleibt es auch während der gesamten Saison auf. Spontane Schließtage wegen Schlechtwetters wie in anderen Freibädern gibt es in Rösrath nicht.

 

 

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