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Was machen eigentlich...

Hausanschluss

(vom 20.03.2018)

… die Mitarbeiter vom Netzservice Abwasser?

Durchschnittlich rund 120 Liter Wasser verbraucht jeder von uns. Pro Tag. Knapp 44 Liter davon werden bei der Körperpflege, beispielsweise beim Baden oder Duschen, gebraucht. 39 Liter entfallen auf die Toilettenspülung, 19 Liter auf das Wäschewaschen und 13 Liter auf Spülen und Putzen. Lediglich 5 Liter Wasser am Tag benötigen wir für Essen und Trinken.
Ein Großteil des Trinkwassers verschwindet also Tag für Tag im Abfluss und wird, in aller Regel unbemerkt, über ein weit verzweigtes Kanalnetz zur nächsten Kläranlage geleitet, wo es gereinigt und so wieder zu sauberem Wasser wird.

Für das reibungslose Funktionieren dieser Abwasserableitung ist in Rösrath der Netzservice Abwasser der StadtWerke zuständig. Betreiber der Kläranlage im Gewerbegebiet Scharrenbroich, in der das Rösrather Abwasser wieder aufbereitet wird, ist der Aggerverband.

Die Katakomben von Rösrath

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde in Rösrath mit dem Bau der Kanalisation begonnen, wie Norbert Fischer, Abwassermeister der StadtWerke, zu erzählen weiß. Bis auf wenige Außenbereiche ist Rösrath mittlerweile vollständig an die Kanalisation angeschlossen.

Das Kanalsystem in Rösrath ist insgesamt knapp 160 Kilometer lang. Davon entfallen 86 Kilometer auf das Mischsystem. Hier wird das Schmutzwasser aus Privat- und Gewerbeimmobilien gemeinsam mit dem Niederschlagswasser abgeleitet, das von versiegelten Flächen, also beispielsweise Dächern und Straßen, in die Kanalisation fließt. In den Stadtteilen, in denen es kein Mischsystem gibt, werden Schmutzwasser und Niederschlagswasser getrennt gesammelt. Die Schmutzwasserkanäle in diesem so genannten Trennsystem sind dabei 43 Kilometer lang, die Niederschlagswasserkanäle 23 Kilometer.

Zum Aufgabenbereich des Netzservice Abwasser gehören neben der Kanalisation auch noch 50 Pumpstationen und zahlreiche Anlagen zur Behandlung von Regenwasser, nämlich Regenklärbecken, Bodenfilter- und Versickerungsbecken.

Mit der Kamera in den Kanal

Wie selbstverständlich geht jeder davon aus, dass die Abwasserbeseitigung immer und zu jeder Zeit reibungslos funktioniert. Funktionieren muss, denn mit den Folgen eines verstopften Kanals mag sich keiner so wirklich befassen. Aber so selbstverständlich ist das nicht. Damit es nicht zu unschönen Störungen im Abwassersystem kommt, muss es regelmäßig kontrolliert und überprüft werden. Mit seinem Team aus drei Mitarbeitern und zwei Auszubildenden – darunter die erste weibliche Auszubildende im gewerblich-technischen Bereich der StadtWerke – ist Norbert Fischer daher regelmäßig im Rösrather Stadtgebiet unterwegs, um Kanäle, Pumpen und Sonderbauwerke zu kontrollieren, auf Beschädigungen und Alterserscheinungen zu überprüfen und falls erforderlich Sanierungen zu planen. In der so genannten Selbstüberwachungsverordnung Abwasser (SüwVO Abw) ist dabei genau festgelegt, was wann und wie zu überprüfen ist.

Die vielen Kilometer Kanalnetz überwachen die Mitarbeiter aus dem Netzservice Abwasser überwiegend mit dem StadtWerke-eigenen TV-Fahrzeug. Dabei wird eine Kamera in den Kanal abgelassen, die auf einem Fahrzeug befestigt ist, was mit einem Joystick gesteuert wird. Auf ihrem Weg durch Rösraths Untergrund hält die Kamera dann genau fest, was da unten so los ist. Über einen Monitor im TV-Fahrzeug können die Abwasser-Experten direkt live verfolgen, was die Kamera aufnimmt. Die Aufnahmen werden dann später im Büro ausgewertet. Zeigt ein Kanal Beschädigungen beispielsweise durch altersbedingte Abnutzung, kommen Baufirmen ins Spiel, die die Schäden beheben.

Das gesamte Kanalnetz wird so innerhalb von 15 Jahren – so sieht es die SüwVO Abw vor – einmal vollständig untersucht.

Damit sie nicht verstopfen, müssen die Kanäle außerdem regelmäßig mit Hochdruckfahrzeugen gereinigt und gespült werden. Auch die Gullys, im Fachjargon Sinkkästen, werden von einer Spezialfirma mehrmals im Jahr gesäubert.

Pumpenkiller Feuchttücher

Nicht überall im Stadtgebiet von Rösrath kann das Abwasser im freien Fall zur Kläranlage im Gewerbegebiet Scharrenbroich fließen. In tiefer gelegenen Gebieten muss es mit Pumpen auf ein höheres Niveau gepumpt werden. 50 solcher Hebeanlagen gibt es in ganz Rösrath, wobei es pro Station mindestens zwei Pumpen gibt. Damit wird sichergestellt, dass die Station auch dann noch funktioniert, wenn eine der Pumpen ausgefallen ist.

Zum Alltag des Netzservice Abwasser gehört es, diese Pumpen zu überprüfen und zu warten. Ein großes Problem sind dabei Feuchttücher, die in die Toilette geworfen werden, und Fette, beispielsweise von Speiseresten. Die Feuchttücher wickeln sich um die Pumpe und legen sie so nach und nach regelrecht lahm. Fette verstopfen sie. All das müssen die Mitarbeiter immer wieder aufwändig entfernen, damit die Pumpen ungehindert arbeiten können und nicht kaputt gehen. Außerdem überprüfen sie die elektrischen Anschlüsse.

Ein weiteres Betätigungsfeld ist die Kontrolle der so genannten Sonderbauwerke, zu denen in Rösrath unter anderem sieben Regenwasserbehandlungsanlagen, Regenrückhalteräume, Stauraumkanäle, 30 Einleitungsbauwerke und zehn Düker zählen. Die beiden Regenüberlaufbecken (RÜB) in Volberg und Venauen werden allerdings vom Aggerverband betrieben.

„Kanal auf Rädern“

Rund 98 Prozent der Haushalte in Rösrath sind an das Kanalnetz angeschlossen. Die restlichen zwei Prozent liegen in Außenbereichen, für die ein Anschluss an die Kanalisation technisch, aber auch finanziell zu aufwändig wäre. Diese Grundstücke müssen ihr Abwasser daher entweder über vollbiologische Kleinkläranlagen oder abflusslose Gruben entsorgen. Was wo möglich ist, ist in der Rösrather Satzung über die Entsorgung von Grundstücksentwässerungsanlagen hinterlegt.

Für die Überwachung dieser Anlagen ist der jeweilige Eigentümer verantwortlich. Die Entsorgung ihres Inhaltes aber liegt in der Verantwortung der StadtWerke.

Bei den abflusslosen Gruben wird das anfallende Abwasser in einem dichten Behälter gesammelt, der regelmäßig von einem Tankfahrzeug, dem so genannten „Kanal auf Rädern“ geleert werden muss. Auch der in den Kleinkläranlagen anfallende Klärschlamm muss in bestimmten Zeitintervallen abgepumpt werden. Diese Aufgaben übernehmen in Rösrath Firmen im Auftrag der StadtWerke.

Die Überwachung der Pflanzenkläranlage in Hofferhof, der einzigen Reinigungsanlage, die die StadtWerke in Rösrath betreibt, ist wiederum Angelegenheit des Netzservices Abwasser. Hier müssen in bestimmten Abständen Proben entnommen und chemische Analysen vorgenommen werden. Außerdem wird die Anlage gereinigt, ihr Klärschlamm abgefahren sowie der Kies- und Bodenfilter aufgelockert.

Ansprechpartner rund um das Thema Abwasser

Auch für Störfälle im Kanalnetz und die Beratung der Rösrather Bürgerinnen und Bürger rund um den Kanalbetrieb sind die Abwasserexperten der StadtWerke zuständig. Ein Bereitschaftsdienst kümmert sich auch nach Feierabend und am Wochenende darum, dass bei Ölunfällen rechtzeitig die richtigen Maßnahmen ergriffen, ausgefallene Pumpen repariert, verstopfte Kanäle gereinigt oder nach Starkregenereignissen entstandene Schäden beseitigt werden.

 

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