Freibad Hoffnungsthal
Ein Bad mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Das Freibad Hoffnungsthal blickt auf eine lange Tradition zurück. Dabei ist die Geschichte des Bades sehr interessant. Es hat den Krieg ohne besondere Schäden überstanden. Zahlreiche sportliche Veranstaltungen fanden hier statt und zahlreiche Kinder haben hier bei organisierten Schwimmkursen das Schwimmen gelernt.
Wir gehen zurück ins Jahr 1935:
Das heutige Freibadgelände befindet sich zunächst noch im Eigentum des TVH (Turnverein Hoffnungsthal). Aufgrund einer finanziellen Krise sieht sich der TVH jedoch gezwungen das Gelände an die Gemeinde Rösrath, mit der Auflage das Gelände ausschließlich für den Bau von Sportstätten zu verwenden, zu verkaufen. So beginnt die Geschichte des heutigen Freibades. Im selben Jahr entschloss sich die Gemeinde Rösrath unter Bürgermeister Max Steinsträßer dazu ein Freibad in Rösrath zu bauen. Die Wahl des Standortes fiel dabei auf das zuvor erworbene Gelände an der Rotdornallee. Nach Durchführung eines Architektenwettbewerbs beauftragte die Gemeinde Rösrath den Architekten Neumann aus Bergisch Gladbach. Sein Konzept überzeugte, und wurde im Oktober 1935 der Bürgerschaft vorgestellt. Bei den Planungen wurde Wert darauf gelegt die Anlage harmonisch in die Landschaft einzufügen. Bauteile und Baukörper sollten in Art und Material der heimischen Bauweise angepasst werden. Es entstand ein modernes Freibad.
Das Gebäude mit einer Gesamtlänge von insgesamt 36 m beherbergte An- und Auskleideräume, einen Kassenraum sowie einen Raum für den Bademeister. Des weiteren gab es jeweils einen Gemeinschaftsraum für Jungen und Mädchen. Möglichkeiten zur Kleiderablage wurden durch die Errichtung separater Räume geschaffen. 800 Besucher konnten hier ihre Kleidung aufbewahren. Getrennt davon wurden Toilettenanlagen errichtet.
Die Beckenlandschaft bestand aus einem Schwimmerbecken mit einer Tiefe von 3,50 - 4,50 m. Davon abgetrennt wurde ein Nichtschwimmerbereich errichtet mit einer Wassertiefe von 1,00 - 1,50 m. An der Westseite des Beckens gab es einen Sprungturm. Die gesamte Länge des Beckens betrug 50 m bei einer Breite von 35 m. Die Wasserfläche betrug insgesamt 2500 qm. Zudem gab es für die kleinsten Gäste ein Kinderplanschbecken mit einem Durchmesser von 15 m. Um die gesamte Beckenanlage wurde eine Betonmauer gezogen. Abgedeckt mit Bruchsteinplatten ergaben sich so die notwendigen Sitzgelegenheiten. Durch einen 2 m breiten Laufpfad entlang der Wasserfläche wurde verhindert, dass Sand in das Becken mit hinein getragen wird.
Wir schreiben das Jahr 1937:
Nach Beendigung der Bauarbeiten wurde das Freibad verbunden mit den Schwimmmeisterschaften des Kreises Köln nun am 04. Juli 1937 feierlich eingeweiht und eröffnet.
In der Zeit nach der Eröffnung fanden mit Unterstützung des TVH verschiedene sportliche Veranstaltungen im Freibad Hoffnungsthal statt. Leider war diese Zeit auch die Zeit des Nationalsozialismus. So wurden beispielsweise unter anderem die Reichssportwochen im Freibad Hoffnungsthal auf Forderung der NS Organisation Jungvolk/Fähnlein durchgeführt. Daneben gab es Schwimmkurse, und als letztes großes Ereignis vor Kriegsausbruch ein Schwimmfest der TVH Jugend und aller Rösrather Schulen unter Mitwirkung des Schwimmverein „Sparta" Hürth.
Kriegsbeginn September 1939:
Während des Krieges blieb das Freibad Hoffnungsthal geöffnet. Es fanden zahlreiche Wettbewerbe statt, die vom TVH organisiert wurden.
Kriegsende im Jahr 1945:
Nach Kriegsende blieb das Freibad für 3 Jahre geschlossen. Lediglich britische und belgische Militärangehörige benutzten das Freibad.
Schwerwiegenden Kriegsschäden war das Freibad Hoffnungsthal zum Glück entgangen.
Im Jahr 1948 wurde das Freibad wieder für Rösrather Schüler und Schülerinnen freigegeben bis es dann kurze Zeit später von der Gemeinde Rösrath wieder für alle geöffnet wurde.
Baulich notwendige Entwicklungen:
Nach Ende des Krieges wurde auch zunehmend in der Gemeinde gebaut. Somit wurde der Knipperbach der das Freibad Hoffnungsthal mit Wasser versorgte auch zunehmend schmutziger. Man musste sich also hinsichtlich einer geeigneten Filterung des Wassers Gedanken machen. Hierzu wurden zunächst zwei Betonbecken riesigen Ausmaßes mit Filterkies gebaut. Teilweise wurde noch Leitungswasser hinzugefügt.
Die Jahre 1964 bis 1967:
Das Bad wurde im Laufe der Jahre von Grund auf renovierungsbedürftig. Die Filteranlage entsprach nicht mehr den technischen Vorschriften, das Mauerwerk zwischen Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich wies Brüche auf. Auch die Beckenanlagen selbst wiesen Brüche auf, sodass einige Wassermengen einfach ins Erdreich versickerten. Eine Renovierung war nicht abzuwenden. Nach einer Vorlage für den Haupt- und Finanzausschuss durch den Gemeindedirektor Kreuzberg, in der er sich für einen Umbau aus Sicherheitsgründen und wirtschaftlichen Aspekten heraus aussprach, entschied man sich im Jahr 1965 nicht nur für eine Renovierung sondern für einen Umbau des Bades. 1966 sollte das Bad für die Bevölkerung wieder geöffnet sein. Jedoch verzögerten sich die Umbaumaßnahmen, zum Teil aufgrund der schlechten Witterung und zum anderen aufgrund Verzögerungen bei der ausführenden Baufirma. Bei den Umbaumaßnahmen entstand die heutige Gestalt des Bades.
Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken wurden getrennt. Eine Umwälzanlage auf technisch neuestem Stand wurde eingebaut. Zudem erhielt das Freibad nun auch eine Wärmeanlage.
Im Jahre 1967 waren die Umbaumaßnahmen abgeschlossen und die Rösrather Bevölkerung, sowie alle von außerhalb kommenden Besucher konnten das Freibad wieder genießen. Insgesamt konnten die Besucher das Bad 10 Jahre lang ungestört genießen, bis dann im Jahre 1976 neue Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen erforderlich wurden.
Die Schäden und Mängel waren in den Jahren so erheblich geworden, dass kurzzeitig sogar über eine Schließung des Bades nachgedacht wurde. Aufgrund des hohen Drucks aus Bevölkerung und seitens des neu gegründeten Fördervereins Hoffnungsthaler Schwimmbad e. V., entschloss man sich das traditionelle Freibad zu erhalten und die notwendigen Sanierungsarbeiten in Angriff zu nehmen. Die Rösrather Bevölkerung liebte das Freibad. Es gehörte als Erholungs- und Sportzentrum zum Leben dazu, und man wollte nicht auf diese Anlage verzichten.
1979 bis 1983 Durchführung der dringend notwendigen Sanierungsarbeiten:
In dieser Zeit erhielt das Bad eine neue Technikzentrale. Diese war ausgestattet mit einer neuen Umwälzanlage und einer Wärmeanlage die mit einer Erdgasheizung betrieben wurde. Die Becken wurden neu gefliest und die Schwimmmeisterloge wurde erweitert.
Damit aber nicht genug. Es wurde weiter in das Bad investiert. Im Jahre 1981 erfolgte der Neubau des Eingangs- und Umkleidegebäudes. Die Abnahme des Gebäudes erfolgte im Jahr 1982. Im Anschluss daran wurde im Jahr 1983 das alte Eingangsgebäude abgerissen.
Zur Eröffnung am 29. Mai 1983 organisierte der Förderverein Freibades Hoffnungsthal ein großes Fest.
Wir schreiben das Jahr 2007:
Nach Beschluss des Verwaltungsrates der StadtWerke Rösrath und des Stadtrates haben die StadtWerke Rösrath das Freibad Hoffnungsthal im Januar 2007 übernommen. Es geht also weiter mit dem Freibadbetrieb.
Die StadtWerke Rösrath haben sich dabei zur Aufgabe gemacht dieses traditionsreiche Bad mit seiner langen Geschichte zu erhalten. In den letzten 24 Jahren hat aber nun der Zahn der Zeit an der Anlage genagt, sodass eine Generalsanierung des Freibades erforderlich geworden ist. Auf den nachfolgenden Seiten erläutern wir Ihnen das nähere Konzept zur Generalsanierung und werden Sie über die am 27. August 2007 beginnenden Bauarbeiten weiterhin auf dem laufenden halten.
Nach unserer Meinung hat dieses Bad eine Zukunft, und bietet als Sport- und Erholungszentrum ein wesentlichen Beitrag zur Lebensqualität in Rösrath.
Die idyllische Lage des Bades ist nahezu einzigartig und lädt dazu ein in stressigen Zeiten die Seele einmal baumeln zu lassen, oder sich sportlich zu betätigen.
Von unserem Sanierungskonzept erhoffen wir uns die Bedürfnisse von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren zu erfüllen. Dies war stets der Grundgedanke bei den Überlegungen. Das Bad soll zudem wieder über die Grenzen Rösraths hinaus bekannt werden und an Attraktivität gewinnen. Die Erhaltung dieser herrlichen Anlage liegt uns genauso wie Ihnen sehr am Herzen.
Quellen: Stadtarchiv
Archiv des Kulturvereins
Archiv der StadtWerke Rösrath